OZ 29.12.2014 - Harte Prüfung für junge Denksportler

Als einzige Mannschaft vertreten die Schachspieler der FHSG Stralsund das Land Mecklenburg-Vorpommern bei der Deutschen Meisterschaft in Magdeburg und messen sich dort mit der Schachelite Deutschland.

Bei der Deutschen Vereinsmeisterschaft U10 kämpfen seit Samstag auch fünf Stralsunder Schachsportler. Die U10-Landesmeister der Fachhochschulsportgemeinschaft Oliver Böttner, Tim Jenschke, Jannis Troyke, Anton Lange und Bruno Krämer vertreten bei dieser offenen Meisterschaft als einzige Mannschaft das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern.

Doch ist der Landesmeistertitel allein noch kein Garant auch einen der vorderen Plätze bei der Deutschen Meisterschaft zu erreichen. Gleich 54 Mannschaften haben sich beim Kampf um die Krone eingetragen und ein Blick auf die Wertzahlen der Spitzenkandidaten zeigt, dass hier auf hohem Niveau gekämpft wird.
Während die Leipziger Spitzengruppe eine Durchschnittwertzahl von 1414 vorweisen kann, müssen sich die Stralsunder Jungs mit einer DWZ von 1039 auf Rang 18 der Setzliste einreihen. Allein diese Tatsache sollte es Stralsunds Mannschaftskapitän Oliver noch ziemlich schwer machen. Mit einer DWZ von 1110 trifft er am ersten Brett somit auch auf Teilnehmer die bereits 600 Punkte draufsetzen.
Die erste Partie bestritten die Asse vom Sund am Samstag jedoch gegen die dritte Mannschaft von Grün-Weiß Leipzig (DWZ 874). Hier sollte Überlegenheit demonstriert werden und die schnellen Siege von Oliver und Jannis ließen hoffen. Tim sicherte den Mannschaftssieg dann mit einem Remis ab, auch wenn Bruno unterlag. Nach diesem 2,5:1,5-Sieg wartete am Abend mit den Schachzwergen Magdeburg (1256) dafür ein härterer Gegner. Lediglich Tim schaffte es, hier einen Punkt zu holen und sorgte für ein 1:3.
In aller Frühe trafen die 10-Jährigen dann gestern auf den Königsspringer SC 1984 (868). Oliver musste sich an Brett eins geschlagen geben, während die Siege von Jannis und Anton, sowie ein Remis von Tim für einen 2,5:1,5-Sieg sorgten. Anschließend gab es mit dem Peiner SV (1141) wieder einen schweren Brocken zu verdauen. Hier konnte Anton einen Punkt verbuchen, während die drei Stralsunder Spitzenbretter gegen deutlich überlegene Gegner sieglos blieben.
In der dritten und letzten Runde des gestrigen Wettkampftages kamen mit dem TSG Apolda (864) dann wieder Kontrahenten ins Spiel, die zu bezwingen sein sollten. Zwar gab es mit dem 2:2 hier eine Punktrettung, doch wäre in dieser Partie sicher mehr drin gewesen. Jannis und Anton sicherten das Mannschaftsremis, während bei Oliver zum Tagesende schlicht die Luft raus war und auch Tim unglücklich unterlag.
 
 
Für den heutigen letzten Spieltag hoffen die Mannschaftsbetreuer Tilo Troyke und Burkhard Jabbusch nun noch auf die nötigen Punkte. „Man kann nur aus verlorenen Spielen lernen. Es ist einfach ein großer Erfahrungsschaftz, den die Jungs hier mitnehmen. Wir wissen, wie Rostock oder Greifswald spielt, aber mit den Spielern aus anderen Bundesländern treffen wir auch auf andere Spielstile. Das ist für die Kinder natürlich auch ein großer Lerneffekt. Wollen wir unser Ziel, im ersten Drittel zu landen noch erreichen, müssen aber unbedingt noch Punkte eingefahren werden“, schaut Tilo Troyke auf die letzten beiden Spielpartien. Nach fünf Runden standen die Jungs gestern auf Rang 31.
 
Bewegung zwischen den Partien: Beim Streifzug durch Magdeburg vor dem Hundertwasser-Haus.
 
Text: Wenke Büssow-Krämer
Fotos: Tilo Troyke